230811 Header Gygerrain Standort

Der Standort

Die zwei betroffenen Parzellen liegen seit 50 Jahren in der Bauzone und sind gut erschlossen. Nachdem frühere Projekte aufgrund der Steilheit des Hangs oder des Bebauungskonzeptes gescheitert sind, liegt ein umsetzbares, qualitativ hochwertiges Projekt vor. 

Die Restfläche der bestehenden Bauzone am Rand von Faulensee optimal zu nutzen, entspricht einem haushälterischen Umgang mit dem knappen Gut Boden. Das eidgenössische Raumplanungsgesetzes fordert die effiziente Bodennutzung sowohl in Ortszentren wie am Siedlungsrand und die Bebauung von Baulandreserven.

Heute ist der Gygerrain eine grüne Brache, die zunehmend verwildert und für die Bevölkerung keinen Mehrwert darstellt. Im Gebüsch wachsen Neophyten, die sich an dieser Stelle nur schwer eindämmen lassen.

Die geplante Überbauung nimmt Rücksicht auf das bestehende Quartier und die Natur und zeigt, dass auch an anspruchsvoller Lage qualitativ hochwertig gebaut werden kann.

Die Restfläche der bestehenden Bauzone am Rand von Faulensee optimal zu nutzen, entspricht einem haushälterischen Umgang mit dem knappen Gut Boden. Das eidgenössische Raumplanungsgesetz fordert die effiziente Bodennutzung sowohl in Ortszentren wie auch am Siedlungsrand und die Mobilisierung von Baulandreserven.

Der kantonale Richtplan ordnet Faulensee dem Raumtyp «Zentrumsnahe ländliche Gebiete» zu, wo für die Bebauung unüberbauter Gebiete eine oberirdische Geschossflächenziffer von mindestens 0.45 gilt. Die neue ZPP unterteilt das Bauland in drei Sektoren und legt pro Sektor ein minimales und ein maximales Nutzungsmass fest. Insgesamt beträgt die oberirdische Geschossflächenziffer minimal 0.52 und maximal 0.62.

Wäre das «Waldhaus» weniger hoch, müsste eine flächige Überbauung mit mehreren Gebäuden realisiert werden, um die Vorgaben des kantonalen Richtplans für Faulensee zu erfüllen. Die Überbauung würde dadurch weit dominanter wirken und den natürlichen Hangverlauf beinträchtigen.

Die Überbauung stoppt die Verbuschung des Hangs am Siedlungsrand und wertet Faulensee auf. Dank dem neu gestalteten Steilhang und dem charakterstarken Bau am Waldrand gewinnt der Ort an Profil und Ausstrahlung. Der zusätzliche Wohnraum ermöglicht Faulensee eine ressourcenschonende Entwicklung, bringt den Vereinen potenzielle neue Mitglieder und fördert die Altersdurchmischung. Die Zuziehenden helfen mit, die bestehende Infrastruktur wie Buslinie und Dorfladen auszulasten und zu sichern und vergrössern das Steueraufkommen der Gemeinde, wovon auch Faulensee profitiert. Für Seniorinnen und Senioren, die heute in Faulensee in grösseren Liegenschaften leben, bietet sich die Chance, im gleichen Ort in eine kleinere Wohnung zu ziehen, womit Häuser für Familien frei werden.

Die Gemeinde Spiez ist auf ein moderates Wachstum angewiesen. Schon allein um die heutige Bevölkerungszahl zu halten, muss sie ein Mindestmass an neuem Wohnraum ermöglichen. Die Zahl der Kleinhaushalte nimmt aufgrund der fortschreitenden Individualisierung der Gesellschaft zu (Alterung, Singles), was insgesamt eine geringere Belegungsdichte je Haushalt bewirkt. Die Zahl der leeren Wohnungen ist auch in der Gemeinde Spiez gesunken, von 60 Wohnungen 2019 auf 21 im Jahr 2025 (Leerwohnungsziffer: 0,3%). Damit herrscht nach gängiger Definition Wohnungsknapp-heit. Die Schaffung von neuem Wohnraum wirkt dieser Knappheit entgegen und trägt zur besseren Auslastung und zur Finanzierung der Infrastruktur in der Gemeinde bei.

Für die Gemeinde hat die geplante Überbauung am Gygerrain nur geringe zusätzliche Infrastrukturkosten zur Folge, da Faulensee bereits gut erschlossen ist. Gleichzeitig kann Spiez mit zusätzlichen Steuereinahmen rechnen. Zusätzlich schöpft die Gemeinde einen Teil des Mehrwerts ab, der durch die Umzonung – Zuweisung der beiden Parzellen zu einer anderen Bauzonenart mit besserer Nutzungsmöglichkeit – entsteht. Die von der Grundeigentümerschaft zu leistende Mehrwertabgabe beträgt rund 380'000 Franken. Vorbehalten bleiben mögliche gesetzliche Änderungen sowie Teuerungsanpassungen.

LBS H1 014211
«Hostetten» und Feldgehölze als typisches Merkmal: Faulensee 1952 (Ansicht Bürg).
Fund A DJI 0230 Panorama
Grüne Brache: Standort der neuen Gebäude.
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Verwilderter Siedlungsrand: Standort der neuen Gebäude (Aussicht nach Süden).